New Kids on the Block: „Es sind die alten Vibes“

Kiel – Die Mutter aller Boygroups, sozusagen der Prototyp süßer Mädchenträume, ist zurück auf der Bildfläche: New Kids on the Block. Die aktuelle Single „Summertime” dient als erster Vorgeschmack, im September folgt die Neubelebung auf Albumlänge. Die 50 Konzerttermine in den USA waren innerhalb von vier Minuten ausverkauft.
Vor 14 Jahren waren sie auseinander gegangen, nach Abermillionen verkauften Tonträgern, nach Hits wie "Hangin' Tough", "Step By Step" oder "Tonight". Zwar sind Jonathan Knight (39), Joey McIntyre (35), Jordan Knight (37), Donnie Wahlberg (38) und Danny Wood (38) längst keine „Kids“ mehr. Doch beim Gespräch im Funkhaus Wittland, zu Gast bei R.SH, zelebrieren drei NKOTB-Mitglieder ihren Lausbubencharme und einen immens hohen Nonsensfaktor.

Habt ihr zwei Mitglieder schon wieder verloren?

Jordan: Nein, Donnie und Danny sind in Köln wegen der Promotion-Aktionen. Davor waren wir gemeinsam in München, um den Film (Til Schweigers „1½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“, Anm.d.Verf) zu präsentieren. Klar, die Kooperation ist eine Ausgeburt der Plattenfirma, aber es war echt spaßig – und definitiv nicht der Grund für unser Comeback.
Jonathan: Da Til anscheinend ein Freund von einem Label-Mitarbeiter ist, ergab sich diese Zusammenarbeit. Er findet den neuen Song „Dirty Dancing“ super und wollte, dass wir ihn in seiner Komödie performen. Wir spielen da uns selbst in einem mittelalterlichen Club.

Ist es nicht merkwürdig, nach all den Jahren wieder aufeinander zu treffen?

Jordan: Es fühlt sich momentan an, als hätten wir uns nie getrennt. Dabei haben wir alle ausgiebig gelebt, jeweils die eigene Solokarriere vorangetrieben, geheiratet und Kinder bekommen. Aber jetzt, wo wir hier zusammen sitzen, ist eine besondere Chemie spürbar – das ist schon erstaunlich.
Joey: Ja, es sind die alten Vibes, aber wir wollen neue Sachen machen und freuen uns sehr über das Album, an dem wir hart gearbeitet haben und auf die Live-Präsentation. Es soll eine Mischung aus altem und neuem Material geben.

Machen die Knochen solche aufwendigen Choreografien noch mit?

Jordan: Unsere Vorteile liegen auf der Hand: Wir haben ein gepflegteres Äußeres, agieren fanatischer und sind daher bessere Performer. Diese Tanzbewegungen kriegen wir alle noch hin, nur noch ausgefeilter und präziser. Echt!
Jonathan: Im Grunde sind wir doch noch ziemlich jung. Nur wissen wir mittlerweile, wie das Spiel läuft. Insofern brauchen wir nicht mehr dieses pure Energie-Ding.

Ihr wirkt wie aufgedrehte Jungs beim Schulausflug…

Jonathan: Außerhalb der Gruppe sind wir zwar erwachsen geworden, haben Familie und Verantwortung, ganz normal. Aber wenn wir in der Band aufeinander treffen, sind wir wieder Teenager.
Joey: Wenn Leute fragen, ob wir nicht unseren Namen ändern sollten, sagen wir: „Nein, wir sind immer noch Kinder“.
Jordan: Die Bezeichnung „Boyband“ ist ohnehin ein Faible der Briten und Deutschen. Klar, wir sind so eine Art Pioniere. Aber es gab vor uns schon so viele andere: The Temptations, The Four Tops, The Beatles, The Jackson Five, The Osmonds und so weiter. Insofern: Es ist super, ein Teil der Popgeschichte zu sein, aber mehr auch nicht. Wir wurden inspiriert von anderen, wiederum andere ließen sich von uns inspirieren. Amen.

Nicht nur das Medieninteresse ist enorm: Vor dem Eingang stehen Dutzende weiblicher Fans und warten mit Kameras, Schallplatten und T-Shirts auf Autogramme und mehr.

Jordan: Die Resonanz ist überwältigend und sehr freundlich. Es ist doch aufregend, dass wir nach 14 Jahren zurückkommen, und hier stehen die Mädchen vor der Tür und wollen uns unbedingt sehen.

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