Phoneheads

„New beats, new vibes and a different type of flavour“… Mit diesen Worten leitet MC Glacius, langjähriger Mikrogast bei Phoneheads, deren aktuelle Platte „Buddy Language“ (Content/edel) ein. Es ist mehr als nur ein Intro - es ist eine Standortbestimmung. Denn nach zwei Instrumental- und einem Remix-Album bestand für Philipp Maiburg und Michael Scheibenreiter der Wunsch, einen neuen Schritt zu machen: einen Gang runterschalten und gleichzeitig voll durchstarten!

Wer das Duo bisher als Drum&Bass-Pioniere in Deutschland kannte, wird sich über die Entwicklung wundern, die auf dem dritten Album deutlich zu hören ist: mehr Instrumente, dominantere Gesangsparts, Melodienreichtum und stilistische Vielfalt prägen das Bild. „Drum&Bass bedeutet für uns die Freiheit, jeden Einfluss zulassen zu dürfen - egal, ob HipHop, Brazil, Jazz oder Techno“, erklären beide unisono. Und ergänzen: „Wir haben unsere Stücke nie so gebaut, wie der Markt es gerade vorschreibt. Wer Angst vor Veränderung hat, ist zum Stillstand verurteilt.“

Durch umfangreiches Touren, Remix-Aufträge, Festivals und den Aufbau von Maiburgs Label „Combination Records“ haben die Düsseldorfer viele Musiker und Produzenten kennen und schätzen gelernt. Dadurch sprechen sie mittlerweile eine musikalische Sprache, die allen beteiligten Künstlern eine freie Darstellungsfläche bietet. Mark Klemens bringt am Fender Rhodes akkordischen Halt, während die Vokalkräfte Cleveland Watkiss, MC Glacius und Nina bisher ungewohnten Spielraum genießen. Zwar schieben die Beats bei „Roll That Stone” oder „Bliss” unnachahmlich auf die Tanzfläche, doch der neue Sound bei „Phantoms” und die Einflüsse aus HipHop („Glam”) oder Brazil („Buscapé”) sind unüberhörbar. Alle Elemente werden so kontrastreich und elegant in den verschachtelten Satzbau eingeflochten, dass eine Überraschung der anderen folgt. Themen wechseln wie Tempi, Digitales klingt organisch, Organisches wird digital zerhackt: Die Aufmerksamkeit der Zuhörer ist somit garantiert.

Trotz dieser vielschichtigen Fusionen bewahren Maiburg und Scheibenreiter bei allen stilistischen Ausflügen den seit 1997 unverkennbaren „Phoneheads-Sound“. Kunstvoll verknüpfen sie die stilistischen Facetten, behalten dabei aber stets den Überblick und gelangen so zu einem faszinierenden Ergebnis. Sicherlich ein Highlight in der Luna-Reihe „Subsonic Pressure“ mit den bewährten lokalen Unterstützung von Subz, Matik, Pat und MC Upper Cut.

Von Henrik Drüner

Freitag, 23 Uhr, Luna