Salim Greven bestreitet das "Jazz Revisited"-Konzert mit dem Bene Aperdannier Trio


Manchmal muss man nicht zu den Ersten zählen, um ein Gewinner zu sein. Der Kieler Salim Greven schaffte bei der Castingshow "Star Search 2" (SAT 1) von über 70.000 Bewerbern den Sprung unter die letzten 18 Kandidaten, nahm drei Monate an Gesangsunterricht und Choreographietraining teil – jedoch in der unbefriedigenden Rolle des Ersatzkandidaten. Doch heute Abend hat der 26-Jährige seinen großen Auftritt: das "Jazz Revisited"-Konzert mit dem Bene Aperdannier Trio im MAX.

Die Entwicklung bis dato klingt kurios, aber nicht ungewöhnlich für das Musikbusiness. 2003 sitzt Salim Greven in einem Café und unterhält sich mit einem Freund über die erste DSDS-Staffel von RTL und ihren Gewinner Alexander. Protokoll des Gesprächs: "Das kann ich auch!" – "Dann mach's!" Gesagt, getan, geschafft. Greven nutzt die Zeit in Berlin, um so viele Erfahrungen wie möglich für eine eventuelle musikalische Zukunft mitzunehmen und lernt dort auch den Berliner Jazzpianisten Aperdannier kennen. Der hat nicht nur mit Phil Collins, Nina Hagen oder Udo Lindenberg zusammengearbeitet, sondern fungiert auch als Musical Art Director von "Star Search 2" und SAT 1. Im Gesangsunterricht vertieft sich der Kontakt, und die Chemie stimmt zwischen den beiden. "Wenn er nicht gewesen wäre, hätte das alles nicht laufen können. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich was drauf habe", sieht Greven die Lage realistisch.

Anschließend reichen drei Tage in Berlin als Vorbereitung und gemeinsamer Proben, um das Programm aus Jazz- und Big Band-Standards (Robbie Williams' Swing When You're Winning-Songs) sowie zum Teil neu arrangierten Soul & Pop-Klassikern (Stevie Wonder, Sting, Elton John) zu erarbeiten. Begleitet werden die Protagonisten von Edward Maclean (Bass) sowie Michael Kersting (Drums) – beides absolut hochkarätige und in der Jazzszene sehr erfahrene Musiker.

Wie sieht es mit Lampenfieber aus? "Ja, ich bin ziemlich aufgeregt. Vor allem, weil ich nicht nur Künstler, sondern auch Organisator des Konzerts bin. Zusagen, Absagen, Fernsehsender – richtig Alarm!" Doch er genießt den Heimvorteil. Der Sohn einer in Tunesien geborenen Heilpraktikerin und eines Allgemeinarztes verbringt seine Kindheit in Rendsburg und macht sein Abitur 1997 am dortigen Herdergymnasium. Schon in jungen Jahren liebäugelt er mit Schauspielerei und Gesang, nimmt Unterricht an der Rendsburger Musikschule in Klavier, Klassischer Gitarre und Schlagzeug. Seit 1999 studiert Greven Humanmedizin/Zahnmedizin in Kiel, und das anfängliche Schmunzeln der Kommilitonen weicht mehr und mehr Respekt. Sein Spitzname in der Klinik, "Goldkehlchen", bringt aber auch Neider auf den Plan. Vielleicht wird der Auftritt im MAX zum Sprungbrett seiner Karriere. Viele Produzenten stehen auf der Gästeliste, die Interesse an einer Zusammenarbeit bekundeten: "Deswegen hoff' ich, dass das ein geiler Abend wird!"


Heute, 20 Uhr, MAX

Von Henrik Drüner

nordClick/Kieler Nachrichten vom 27.11.2004 01:00