Schall & Rauch präsentieren ihre neue CD "Bis zur Unkenntlichkeit ausgenüchtert"


Kiel – Bei der letzten Platte waren sie noch "Experten", jetzt bereits "Bis zur Unkenntlichkeit ausgenüchtert": Schall & Rauch schicken am kommenden Freitag eine weitere CD in die Freiheit der großen, weiten Welt. Mit einem Konzert im Nachtcafé feiert die Kieler Band (Jewu, Seba, Niler, Mirco, Claus) daher ein "Freilassungsfest".

Wer macht bei euch was?

Seba: Mirco sitzt am Schlagzeug, Jewu spielt Gitarre und an sich rum, Claus bedient den Bass, und Niler und ich sind am Mikrofon zugange. In dieser Konstellation bleiben wir auch bis 2020 zusammen. Denn dieses Jahr ist unser Durchbruchsjahr – egal, ob beim Magen oder bei den Plattenverkäufen.


Es hat lange gedauert, bis euer drittes Album "Bis zur Unkenntlichkeit ausgenüchtert" fertig geworden ist. Wie kam es dazu?

Wir haben schon vor einem Jahr damit begonnen, die Platte aufzunehmen. Da steckte von Anfang an viel Liebe drin. Nach der Vorproduktion haben wir das Songwriting noch einmal überdacht und letztendlich alles in die Tonne gekloppt. Die Lösung und unsere Rettung: Live-Recording. Nach zwei Tagen im Studio waren alle 16 Songs im Kasten. Reiner Sprengstoff!


Welche Themen werden in euren Songs behandelt?

Vor allen Dingen geht es um Liebe, Arbeit, Leben, Tod, Drogen, Sex, Fußball...hatten wir Liebe schon?


Ja.

...okay, passt aber auch immer; und natürlich um Kiel, unsere Stadt.


Bezieht sich der Song "Talibahn" auf den Terrorismus?

Zumindest ist das kein Klamauklied. Es geht eher um die öffentliche Meinung, die posaunt: 'Du bist Bush, du bist doof'. Da wundern wir uns eher über die Dummheit der Leute.


Was unterscheidet euch von anderen HipHop-Bands?

Wahrscheinlich die Tatsache, dass wir keinen HipHop machen. Wir erzählen nicht die ganze Zeit, wie geil wir sind. Wir wissen das, und die Zuhörer wissen das auch. Statt andere Musiker zu dissen, gibt es ab und zu einen Seitenhieb – dann aber gegen alle gerichtet. Mit dem 'Dicke-Hose-HipHop' haben wir generell nichts zu tun. Ja, wir können über uns selber lachen.


Wo würdet ihr euch stattdessen stilistisch einordnen?

Wir machen Hossanova, irgendwo zwischen Metal und HipHop. Ein ganz einzigartiger Stil, auch, weil wir auf der Bühne Geschichten erzählen und das Publikum interaktiv einbinden. Da wir in keine der bestehenden Schubladen reinpassen, haben wir uns eben selbst eine gebastelt. Die erprobte Kieler-Woche-Kanone ist für das Konzert im Nachtcafé zumindest randvoll gefüttert. Wie gesagt: reiner Sprengstoff.

Könnt ihr überhaupt Charts-HipHop ertragen?

Bei den meisten Sachen bekommen wir Arschkrebs, klar. Wichtig ist, dass wir die Texte verstehen können. Für gut befinden wir Fanta 4, Olli Banjo, EinsZwo, EAV und solche Sachen.


Bietet das Leben in Anbetracht des Titels eures neuen Albums nur noch wenig zum Grund zum Jubeln?

Wie sehen das so: Nach dem Rausch ist vor dem Rausch.


Ist es okay für euch, an einem Freitag, dem 13. aufzutreten?

Es ist unser Glückstag. Insofern spielen wir da besonders gerne.

 

Freitag, 21 Uhr, Nachtcafé: Schall & Rauch CD-Freilassungsfest

Von Henrik Drüner

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1781487