TempEau beim "Bundes Vision Song Contest": "Wir werden zumindest Gewinner der Herzen"



Kiel – Die Hürde liegt hoch für Marek Harloff, Jan Plewka und Stephan "Stoppel" Eggert. Beim ersten "Bundes Vision Song Contest",
Stefan Raabs Gegenveranstaltung zum Grand Prix, holten Fettes Brot für Schleswig-Holstein einen beachtlichen zweiten Platz. Am 9. Februar geht das musikalische Kräftemessen der Bundesländer in die nächste Runde – und delta radio schickt diesmal TempEau ins Rennen. Musik-Acts aus allen 16 Bundesländern (darunter Massive Töne, Seeed, In Extremo, Diane, Revolverheld) treten dann im hessischen Wetzlar gegeneinander an. TempEau werden mit dem Titel Ein schöner Tag in die Mittelhessen-Arena ziehen, um mit der Gunst der Zuschauer den "tv total"-Award zu holen.

Wie kam es dazu, dass wir hier zusammensitzen?

Marek: Wir sind auserwählt, unser Bundesland für den "Bundesvision Song Contest" zu vertreten. Ich schätze, wir sind die einzige Band, die wirklich aus ihrem Bundesland kommt und auch komplett dort wohnt. Die meisten sind wahrscheinlich in dem jeweiligen Gebiet geboren oder haben da mal kurze Zeit verbracht.


Geht ihr lokalpatriotisch an die Sache heran?

Stoppel: Schleswig-Holstein ist sowieso das tollste Bundesland, wenn wir das dann noch vertreten dürfen...ist zwar eine fette Bürde wegen Fettes Brot, die ja im letzten Jahr eigentlich gewonnen haben, aber das spornt uns gleichzeitig an. Vielleicht hat Schleswig-Holstein auch einfach nicht so eine große Auswahl an Bands!?

Marek: Wir verknüpfen viele Erinnerungen an das Land. Wir sind hier zur Schule gegangen, dann die Felder, die Nord- und Ostsee, die Seen bei uns um die Ecke. Das ist schon Kindheit, Vergangenheit – und momentan Gegenwart.


Wurdet ihr von delta radio nominiert?

Stoppel: Ne, das war "tv total", die direkt auf uns zukamen. Die hatten wohl schon mal Wind bekommen von uns und dann angefragt. Da haben wir nicht lange gezögert: "Klar, machen wir mit!" Der sportliche Ehrgeiz treibt uns an.


Ist der zweite Platz bereits der erste Verlierer?

Jan: Wir werden zumindest Gewinner der Herzen.

Marek: Mal ehrlich, uns fehlt eine große Fanbasis von 400000 Anrufern, wie sie beispielsweise Seeed hat. Da liegen noch Welten dazwischen.


Aber die Plattform eines Millionenpublikums versucht ihr schon zu nutzen?

Marek: Natürlich. Wir freuen uns auch richtig auf diesen ganzen Zirkus drum herum.

Jan: Da gucken vielleicht sieben Millionen Leute zu. Wenn wir dann im Mai im Luna spielen, platzt der aus allen Nähten.


Ist der Contest-Song die neue Single?

Jan: Ja, wir sind gerade dabei, das nächste Album fertig zu stellen. Im Mai ist es hoffentlich soweit – vielleicht passend zum einjährigen Nichtrauchjubiläum von Stoppel. Anfang Februar wird bereits "Ein schöner Tag" veröffentlicht, mit insgesamt fünf Stücken.

Marek: Wir sind ganz fleißig und in den Endzügen der zweiten Platte. Es lohnt sich also, die drei Bauernjungs am 9. Februar zu wählen!


Werdet ihr – wie bei den jüngsten Konzerten – im Glitzerkleid auftreten?

Marek: Nein, diesmal nicht. Da wurde von irgendwem ein Veto eingelegt. Aber das Outfit war wirklich das erste, was wir überlegt haben, als die Anfrage kam. Den Song hatten wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht ausgewählt. Nicht so wichtig!

Jan: Wir ziehen einfach den schönsten Zwirn aus dem Schrank an – wie den hier (zeigt das Jacket-Innenfutter mit Schild des Deutschen Schauspielhauses Hamburg).

Das Interview führte Henrik Drüner

 

25. Januar: Präsentation des Contest-Songs bei "tv total", 9. Februar: "Bundesvision Song Contest" in Wetzlar, 16. Mai: Konzert im Luna (www.lunaclub.com, Tel.: 0431/5192176)

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1786298