The BossHoss wollen die Idee nicht totreiten

Kiel – Mit der Idee, Lieder von Interpreten und Bands aller Genres durch den Country-Wolf zu drehen, kam für The BossHoss vor zwei Jahren plötzlich der Durchbruch. Die siebenköpfige Berliner Formation bedient auf der Bühne typische Klischees mit Cowboyhüten, Feinrippunterhemden und Siegelringen, wenn sie Britney Spears, Beastie Boys, OutKast oder The White Stripes einer radikalen Neuverortung unterzieht. Mit dem dritten Album "Stallion Battalion" kommen The BossHoss nun ins Kieler MAX.

Werdet ihr in Kiel automatisch in Richtung Hörnbecken fahren?

Völkel: Stimmt, bisher haben wir zweimal auf der Kieler Woche gespielt. Das wird jetzt unser erstes Club-Konzert. Bin gespannt, wie viele Leute da kommen und ob sie auch kommen, denn Kieler Woche war immer ein Hammer. Riesig voll – das war schwer beeindruckend! Aber es ist ja auch umsonst und draußen, da guckt man auch mal kurz von der Wurstbude 100 Meter weiter zur Bühne.

Zollt ihr mit dem Albumtitel Rocky „The Italian Stallion“ Balboa Tribut?

Ich hab selber auch schon mal daran gedacht, aber Stallone war nicht Vorlage. Im Sommer saßen wir zusammen und haben die Köpfe rauchen lassen. Albentitel sind immer eine schwierige Geburt: Einen Namen zu finden, der auf den Punkt ist, cool klingt und was aussagt. „Stallion Battalion“ hat die BossHoss-Ironie mit drin, eine hohe Macho-Attitüde und irgendwie sind wir auch eine Cowboy-Gang. Das passt doch!

Gibt es Veränderungen zu den beiden Vorgänger-Alben?

Insofern, als dass bei 15 Songs mittlerweile zehn eigene enthalten sind. Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass wir mal mit 13 Coversongs und drei Eigengewächsen gestartet sind. Damals war das auch eine frische, neue Nummer, die es in dieser Form nicht gab: Hip-Hop-Songs als Country, yeah, geil! Mit der Zeit dachten wir uns, dass die Coversongs eh nach BossHoss klingen. Warum dann nicht eigene Songs schreiben, die auch nach BossHoss klingen, mit dem Unterschied, dass die Hörer den Refrain noch nicht von vornherein kennen? Die Live-Situation hat gezeigt, dass unsere Stücke durchaus Spitzenreiter waren. Statt Country mit Rock'n'Roll dominiert eher Rock'n'Roll mit Country.

Habt ihr denn Erfahrung mit Songwriting?

Das war auch ein Grund für die Erweiterung. Wir sind Mitte 30, machen seit fast 20 Jahren Musik, bislang überwiegend eigene Sachen. Der BossHoss-Erfolg hat uns über Nacht überrannt. Plötzlich schrieen alle nach Coversongs – und dann macht man es halt. Aber mittlerweile möchten wir wieder etwas mehr dazu beitragen.

Eine musikalische Bereicherung?

Klar. Nichts ist schlimmer, als wenn eine Szene immer auf ein festgelegtes Muster zurückgreift. Musik bleibt ja nur dann spannend und zugänglich, wenn andere Elemente dazu kommen. Das ist auch bei Country so, und das muss sich entwickeln. Dennoch erkennt man auf der Platte noch Songs mit unserem typischen Sound, zum Beispiel die Single „Monkey Business”.

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