The Moving Sounds & The Monocaines kommen in die Schaubude

 

Den Jahrhundertsommer verbrachten The Moving Sounds weder an schwedischen Badeseen noch in Stockholmer Fußball-Kneipen. Stattdessen schwitzte die Band in den legendären Londoner Toe Rag-Studios, in denen auch schon die White Stripes ihr „Elephant“-Album aufnahmen, um an neuen Songs zu arbeiten. Nun kommen sie für vier Konzerttermine nach Deutschland - darunter auch in die Kieler Schaubude. Im Gepäck der fünf stilechten Anzugträger: Ihr zweites Album „Ground Shaker”, das ab Freitag in den Plattenläden steht.

Wieder einmal bringen The Moving Sounds darauf ihre vielfältigen Einflüsse von The Jam über Booker T & The MG’s bis zu The Creation unter einen Hut. Skandinavischer Garagesound trifft auf originalen 60ies-Beat und soulige R&B-Grooves. Die Band sieht die Vielfalt ganz entspannt: „Wir beziehen unsere Einflüsse aus allen möglichen Genres. Einige von uns haben Wurzeln in der Manchester Indieszene, andere kommen vom Acid Jazz oder auch brasilianischen Stilen. Aber der gemeinsame Nenner ist auf jeden Fall R’n’B der Sixties und Soul.“ Angefangen hat es für die Schweden vor sechs Jahren, jedoch nur als Trio mit Gitarrist Lars Nordin (mittlerweile ersetzt durch Staffan Flodmark), Bassist Peter Rosén und Schlagzeuger Per Wollbrand. Kurze Zeit später rekrutierten sie Fredrik Forsman für die Tasten der Hammond-Orgel, dessen Ex-Mitstreiter später die Caesars gründeten. In Jonas Linholm, einem Teilzeit-Postbeamten und leidenschaftlichem Globetrotter, fanden The Moving Sounds schließlich auch noch den perfekten Sänger und Entertainer.

Schon mit dem Debütalbum „Don’t Sleep On This!“ von 2004 verkörperte die Band ihre starke Mod-Attitüde mit jeder Menge Stilbewusstsein. Die Songs auf „Ground Shaker” verdeutlichen das brodelnde Gemisch aus hochkarätigen Eigenkompositionen sowie Coversongs, die erfreulich unverbraucht klingen. Tanzbar ist das allemal, vor allem in der Live-Situation. Schweden, Heimat einiger der absolut besten Garagen-Bands unserer Tage (Maggots, Maharajas, Dee Rangers oder Sons Of Cyrus), unterstreicht einmal mehr aufs Eindrucksvollste seine Vormachtstellung im europäischen Mikrokosmos des 60’s beeinflussten Rock’n’Roll.

Das Vorprogramm bestreiten The Monocaines aus Hamburg. Das gemischte St.Pauli-Doppel (Nik: Gesang und Gitarre, Janneke: Orgel, Olli: Schlagzeug, Christiane: Bass) übersetzt Songstrukturen alter Sixties-Soulplatten in Garagensounds. Hier eine kantige Twang-Gitarre, harte Motown-Bassläufe und dort ein paar flirrende Orgelklänge. Die treibenden rhythmischen Songs der Beatband lassen Raum für kraftvolle Gesangsmelodien und warten auf die heißen, stickigen Clubs. Ready, steady, go!

Mittwoch, Schaubude, 21 Uhr.