Die Thrashmonkeys aus Bremen faszinierten im Luna


Die Lehrjahre als Vorband von The Cramps, Hellacopters oder The Hives haben die Trashmonkeys erfolgreich durchlaufen. Jetzt fahren sie den verdienten und überfälligen Lohn ein und treten zum Kampf um den Retro-Rock-Thron an. Das Konzert im Luna zeigte, dass die Bremer – zumindest auf nationaler Ebene – dabei beste Karten haben.

Andreas Wolfinger (Gesang und Gitarre), Daz Fralick (Bass und Gesang), Offer Stock (Orgel) und Gunnar Riedel (Schlagzeug) demonstrierten gleich im Instrumental-Intro alle Qualitäten der Band: lässiger, schwitziger, bissiger und nach vorne drängender Sixties-Garagen-Rock, mit allen Wassern einer furiosen Live-Show gewaschen. Sowohl die Anlage des Luna als auch die Ohrmuscheln der Zuhörer wurden auf ihre Belastbarkeit hin getestet. Systemcheck, ready, go! Im Gepäck ihr aktuelles, drittes Album The Maker, durchpflügten die Trashmonkeys mit enormer Stilsicherheit gleichgesinntes Klangrepertoire und erinnerten dabei ebenso an das James Taylor Quartet und The Creeps wie an Hives, Sonics oder Cynics.

Ihr Plus: Keyboarder Stock stand mit Fender Rhodes, Moog und Hammondorgel das bewährte Equipment für dreckige Tasteneleganz zur Verfügung, das den Songs die Aggressivität nahm und stattdessen die Tanzbarkeit nährte. Isn't it good punktete mit groovigem Britpop und schmatzenden Rhodes-Akkorden, bei Cool Autumn Sun heulte die Orgel auf und mit Song No.1 zollten die Trashmonkeys ihren Tribut als bekennende Blur-Fans. Doch die Bremer konnten es auch krachen lassen: Nobody mit geschrienen Punk-Vocals und angezogenem Tempo riss die Zuschauer mit – und blieb dabei doch sympathisch augenzwinkernd.

Ein uniformes Outfit gehört in diesem Genre zur Performance – genau so wie die obligatorischen Rock-Gesten von Frontmann Wolfinger. Seit sechs Jahren spielen die Jungs zusammen, und diese Vertrautheit auf der Bühne spürte und hörte man. Der Gesang ging zu Beginn noch etwas verloren im wuchtigen Soundspektakel, doch mit Unterstützung von Bassist Fralick, der auch tatkräftig mithalf, das schüchterne Publikum in Richtung des 'Rock-Blocks' vor der Bühne zu bewegen, setzten sie sich durch. Drei Zugaben in einem sehr guten Konzert. Von Henrik Drüner

nordClick/Kieler Nachrichten vom 05.11.2004 01:00